Qingcaosha Reservoir wird diesen Dezember in Shanghai eröffnet

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18. Oktober – Die Stadt Shanghai hat RMB 17 Milliarden (Euro 1,82 Milliarden) investiert, um ein neues Wassereservoir zu bauen. Damit soll sowohl die Wasserinfrastruktur der Stadt verbessert, als auch Wasserknappheit und Qualitätsprobleme behoben werden.

Das Qingcaosha Reservoir wird zunächst für eine Testphase in diesem Dezember den Betrieb teilweise aufnehmen. Sobald das Reservoir voll einsatzfähig ist, wird es zehn Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgen. Mit einer Fläche von 70 Quadratkilometern ist Qingcaosha zehnmal größer als der Westsee in Hangzhou.

Neben einer größeren Trinkwasserversorgung wird auch eine höhere Wasserqualität angestrebt. Im Moment ist das Trinkwasser in Shanghai auf der dritten Stufe der nationalen Qualitätsskala. Dies bedeutet, dass dieses Wasser trinkbar ist und für weit verbreitete Fischarten verwendet werden kann. Außerdem kann das Wasser für Schwimmbäder verwendet werden. Nach dessen Aufbereitung könnte die Wasserqualität in Qingcaosha die zweithöchste Stufe auf der Skala erreichen. Dies wiederum würde bedeuten, dass das Wasser einen höheren Schutz gegenüber Stufe drei geniesst und das darin seltene Fischarten angesiedelt werden können.

Ein weiteres Ziel des Reservoirs ist die Diversifizierung der städtischen Wasserversorgung. Im Moment stammen 80 Prozent des Leitungswassers aus dem Huangpu Fluss. Sobald das Reservoir vollständig funktionstüchtig ist, sollen 50 Prozent des Leitungswassers aus dem Yangtse Fluss kommen.

In diesem Projekt spiegeln sich die dauerhaften Bemühungen der Stadt wieder, die Wasserversorgung und Infrastruktur zu verbessern. Zwischen den Jahren 2006 und 2008 wurden 819 Kilometer an neuen Wasserleitungen gelegt. Damit betrug die totale Länge der Leitungen 29,158 km. Im selben Zeitraum hat sich die Zahl der Anwohner mit Zugang zu Leitungswasser von 18,15 Millionen auf eine Zahl von 18,89 Millionen Menschen erhöht. Auf der Abwasserentsorgung liegt ebenfalls ein Hauptaugenmerk, 871 km an Abwasserkanälen wurden in den zwei Jahren von 2006 bis 2008 gebaut. Damit erreicht das Gesamtnetz eine Größe von 8,301 km. Die Ausgaben für die Abwasseraufbereitung stiegen von RMB 15,2 Milliarden (Euro 1,6 Milliarden) auf RMB 22,3 Milliarden (Euro 2,392 Milliarden), in diesem Zeitraum.

Der World Wildlife Fund hat in einer Stellungnahme allerdings Bedenken geäussert, dass das Volumen des Reservoirs nicht groß genug ist, um den vorhergesagten Bedarf von 14,28 Millionen Kubikmeter bis zum Jahr 2020 zu erfüllen. Der WWF geht davon aus, dass das Reservoir innerhalb der nächsten 15 Jahre mit Seewasser geflutet wird. Dadurch würden alle Verbesserungen der Trinkwasserqualität sowieso hinfällig.

Die Shanghai Chengtou Corporation, die das Reservoir baut, besteht allerdings darauf, dass Qingcaosha das Problem der städtischen Wasserknappheit permanent beheben wird.

Dieser Artikel wurde von Johannes Weiershäuser, Junior Consultant bei Dezan Shira & Associates, geschrieben. Wenn Sie mehr zu Infrastruktur-Projekten im Bereich der Wasserversorgung lesen wollen, klicken Sie hier.

Wenn Sie einen Einblick in das Investitionsklima bei Chinas Wasserwirtschaft werfen wollen, lesen Sie hier.


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