Führungsverantwortung in China (Teil 5/5)

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Kompetent führen in China – und wann Beratung wirksam ist

Von Martin Brandstötter

27. Juli – Die Dynamik internationaler Unternehmen in China bringt neue Bedürfnisse für deren Führungskräfte und Mitarbeiter mit sich. So vielfältig internationale Niederlassungen in China sind, so weit reicht auch das Angebot in der Beratungsbranche. Und dies gilt gleichermaßen für die Quantität wie auch für die Qualität.

Ein Bereich im chinesischen Beratungssegment ist jung, klein und überschaubar: Führungskräfte-Coaching und Organisationsentwicklung. Systemische Beratung fand vor weniger als zehn Jahren ihren Weg nach Hong Kong, jetzt kommt sie auch auf dem Festland an.

Menschen zu führen ist eine größere Herausforderung als bloß auf Ergebnisse und Zahlen zu achten. Um Menschen erfolgreich zu führen, muss eine Führungskraft ihre eigenen Ziele, den eigenen Entscheidungs- und Umsetzungsspielraum kennen. Zudem braucht es großes Verständnis für die Organisationskultur eines Unternehmens.

Für diese Themen ist Führungskräfte-Coaching eine sehr wirksame Beratungsform. Darüber hinaus können Organisationsentwickler ganzen Management-Teams und Geschäftspartnern Wege zu zielorientierter Zusammenarbeit zeigen. Meine Erfahrung zeigt, dass solche Beratungsprozesse Reibungsverluste abbauen und damit die Effizienz von Unternehmen steigern.

Stichworte wie Coaching oder Organisationskultur lösen bei manchen Führungskräften die Befürchtung aus, hier gehe um etwas „Softes“ – und das passt natürlich nicht zum Anspruch eines soliden Managers. Wer eine solche Erwartung hat, wird allerdings überrascht sein: in einem guten Coaching-Prozess werden Konflikte und Themen auf den Tisch gelegt, um die man sich sonst monatelang feige herumdrückt. Hier geht es wirklich zur Sache – manchmal hart, immer lösungsorientiert.

Natürlich gibt es auch Grenzen: wer glaubt, er kann seine eigene Führungsverantwortung an den Coach abgeben und der Coach wird es der Belegschaft dann schon weitersagen, wird keine Freude an Coaching haben. Wer erwartet, der Coach motiviert die Mitarbeiter oder „richtet sie her“, wird erkennen: Führungsverantwortung ist nicht delegierbar.

Ich habe gelernt, dass meine Kunden schätzen, wenn Berater eine Vorstellung von der Identität des Unternehmens haben. Gerade im Global Village und umso mehr wenn sich Standorte weit weg von der Unternehmenszentrale befinden erhält ein westeuropäischer Beratungszugang offenbar höhere Bedeutung für Führungskräfte. Dies unterstreicht noch einmal wie wichtig es ist, sich die Beraterwahl nicht zu leicht zu machen. Europäische Unternehmen in China sollten vor allem Experten vertrauen, die sich in beiden Kulturen bewegen können und über eine profunde Aus- und Weiterbildung verfügen.

Westliche Unternehmen beauftragen Coaches oft mit der Zielsetzung, bei den chinesischen Mitarbeitern Verständnis für westliche Arbeitsmethoden zu wecken. Wo europäische und chinesische Menschen in einem Unternehmen zusammenarbeiten, dort bin ich natürlich ein Befürworter kombinierter Berater-Teams. Denn nur gemeinsam mit meinen chinesischen Partnern bringe ich wirklich an den Punkt, was bearbeitet werden soll. Gemeinsam sehen wir mehr, vor allem wenn es um die Kommunikation und Kooperation zwischen europäischen und chinesischen Führungskräften geht. Zusammen kommen wir in unserer Beratung weiter und bringen unsere Kunden noch besser voran.

Menschen zu führen ist immer eine Herausforderung – egal ob in Deutschland, Österreich oder in China. Mit Menschen zu arbeiten, gemeinsam Ziele entwickeln und sie als Partner verwirklichen – das kann auch eine sehr schöne Sache sein: gerade in China, wo Vertrauen und Verlässlichkeit, Kommunikation und Kooperation einen besonderen Stellenwert bekommen.

Der Autor Martin Brandstötter begleitet mit der Unternehmensberatung Zielwerk Organisationsentwicklungs- und Changeprozesse und berät Führungskräfte. Der akademische Coach arbeitet auf Deutsch, Chinesisch und Englisch.

Hier können Sie den 1. Teil, 2. Teil, 3. Teil und 4. Teil dieser fünfteiligen Serie lesen.

Bei Fragen zu Wirtschaftsthemen, Steuern, Buchhaltung und Unternehmensgründungen in China kontaktieren Sie bitte Herrn Richard Hoffmann (Richard.Hoffmann@dezshira.com), Herrn Olaf Griese (Olaf.Griese@dezshira.com), oder Herrn Fabian Knopf (Fabian.Knopf@dezshira.com) von dem Beratungsunternehmen Dezan Shira & Associates.

2 responses to “Führungsverantwortung in China (Teil 5/5)”

  1. […] können Sie Teil 1, Teil 3, Teil 4 und Teil 5 der fünfteiligen Serie […]

  2. […] können Sie Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5 der fünfteiligen Serie […]

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