Autos aus dem Premiumsegment erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit

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Automobile mit grüner Technologie sind in China noch keine Verkaufsschlager

Von Christoph Michael

03. Mai – Am Donnerstag vergangener Woche schloss die 14. Internationale Shanghaier Automobilmesse, die Auto Shanghai 2011, ihre Tore. Nach 8 Tagen Messebetrieb und dem Versuch Antworten auf die Herausforderungen der Mobilität des 21. Jahrhunderts zu geben, blicken die Aussteller zurück auf ein außergewöhnlich erfolgreiches Event. Die Hallen waren tagtäglich gefüllt mit Besuchern, die einen Blick auf eines der neuen Ausstellungsmodelle erhaschen wollten. Was aufgrund der Vielzahl der Besucher nicht immer ein einfaches Unterfangen war.  

Viele Hersteller stellten ihre Lösungen für die grüne Zukunft des Automobils vor.

Das Motto „Innovationen für Morgen“ und „grüne Mobilität“ formten wichtige Themen bei der Messe. Egal, welchen der Stände der Automobilhersteller man besuchte, ob Mercedes, Peugeot, Toyota oder Huyndai oder einen der Stände der vielen chinesischen Automobilmarken, wie SAIC, BAIC, Great Wall, Geely, Dongfeng oder Chana, alle diese Stände verkündeten im Ton des neuen 12. Fünfjahresplans die grüne Revolution und behaupteten von sich, über die neuesten elektronischen Zero Emission- oder Hybrid-Modelle zu verfügen.

Auf dem Weg zum emissionsfreien Auto wirkt Toyota seiner Konkurrenz gegenüber allerdings immernoch überlegen. Mit den plug-in Hybrid-Modellen, wie den Prius, der bereits in der 4. Generation gebaut wird, und dem FT-EVII, die beide ab dem Frühjahr 2012 erhältlich sein werden, ist Toyota auch im Hinblick auf die Stückzahlen und der gesammelten Erfahrung weit überlegen. Es fiel beim Rundgang allerdings auch ins Auge, dass viele der chinesischen Hersteller ebenfalls ihre plug-in Hybridmodelle, Elektromodelle und Modelle mit Brennstoffzelle vorstellten. Die chinesischen Hersteller haben begriffen, dass sie mit konventionellen Antrieben gegen etablierte Firmen auf keinen grünen Zweig kommen können und setzen deshalb ihre Konzentration voll und ganz auf die Entwicklung von alternativen Antrieben.

Auch im Ausland unbekannte chinesische Hersteller wie zum Beispiel Chang'An stellten ihre Elektro-, Brennstoffzellen- und Hybridkonzepte (im Bild) vor.

In starkem Kontrast zum Streben nach dem „grünen“ Auto stehen allerdings die ausgestellten Premiummodelle und SUVs, selbst diejenigen, die mit Hybridantrieb ausgestattet sind. Die chinesische Kundschaft schätzt große Autos mit starken Motoren sehr. Das wirft die Frage auf, inwiefern Hersteller „grüne“ Autos herstellen und auch verkaufen können, wenn die Kunden vor allem 2000 kg schwere Kolosse bevorzugen.

Auf der Auto Shanghai 2011 standen auch Weltpremieren etablierter westlicher Autohersteller im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wie die Konzeptstudie der Mercedes A-Klasse oder der Volvo Concept Universe. Nicht zufällig haben westliche Hersteller China als Markt ausgesucht, um neue Konzepte und Autos aus dem Premiumsegment vorzustellen. Der chinesische Markt bietet trotz des gewaltigen Wachstums der letzten Jahre immernoch große Wachstumsmöglichkeiten im Premiumsegment. Mercedes-Benz zum Beispiel verkaufte 2010 ungefähr 25.000 Mercedes der S-Klasse in China. Damit wurde China im letzten Jahr zum zweiten mal der weltweit wichtigste Absatzmarkt der S-Klasse. Das ist auch ein Grund warum Hersteller die normalerweise für das Bauen kleiner und mittelgroßer Autos bekannt sind, wie beispielsweise Citroen, mit der Vorstellung ihrer neuen Premiummodelle sich ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen.

Solarzellen in der Frontscheibe, modernste LED-Technologie in den Scheinwerfern, Leichtbau und ein Elektroantrieb mit Boost-Funktion - so könnte die Mobilität der Zukunft aussehen.

Bis zur nächsten Auto Shanghai, die für 2013 geplant ist, wird sich herausgestellt haben, inwieweit Hersteller ihre Versprechen einhalten konnten und entsprechende benzinsparende oder gar gänzlich auf Sprit verzichtende Autos in hohen Stückzahlen an den Mann bringen konnten. Um zu zeigen welche Modelle sie für die weitere Zukunft nach 2013 bereit halten, werden die Hersteller dann noch mehr Platz haben. Denn die aktuell 13 Hallen, in welchen dieses Jahr ausgestellt wurde, werden bis dahin um weitere 4 Hallen ergänzt werden.

Christoph Michael ist Business Development Assistant bei Dezan Shira & Associates in Shanghai.

Bei Fragen zu Wirtschaftsthemen, Steuern, Buchhaltung und Unternehmensgründungen in China kontaktieren Sie bitte Herrn Richard Hoffmann (Richard.Hoffmann@dezshira.com), Herrn Olaf Griese (Olaf.Griese@dezshira.com), oder Herrn Fabian Knopf (Fabian.Knopf@dezshira.com) von dem Beratungsunternehmen Dezan Shira & Associates.