Chinas Einkommenssteuerreform: Sieben Kernpunkte aus dem Entwurf der Ausführungsbestimmungen

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Seit die Änderung Anfang dieses Jahres verabschiedet wurde, fragten sich viele Steuerzahler in China, wie die Regierung das Gesetz zur persönlichen Einkommensteuer (ESt) ändern würde. Vor kurzem haben die Steuerbehörden jedoch einen Entwurf der Ausführungsbestimmungen und Maßnahmen der Änderung zur öffentlichen Kommentierung freigegeben.

Während die Entwürfe der Ausführungsbestimmungen und Maßnahmen derzeit bis zum 4. November 2018 in der Öffentlichkeit konsultiert werden, erwarten die Steuerberater von Dezan  Shira & Associates nach dem Konsultationszeitraum keine wesentlichen Änderungen der Regelungen und Maßnahmen.

Chinas Einkommenssteuerreform: Was sagen die Experten

“Der Entwurf zu den Ausführungsbestimmungen und Maßnahmen sollte, was die Anwendung der neuen ESt-Gesetze in China betrifft, für die Steuerzahler viele Unklarheiten beseitigen”, sagte Paul Dwyer, der die internationale Steuer- und Verrechnungspreisgestaltung bei Dezan Shira & Associates leitet. Wichtig ist, dass die Entwürfe der Regelungen und Maßnahmen viele bisher nicht eindeutige Punkte thematisieren.

Dwyer sagte gegenüber China Briefing: “Die Veränderungen sind tiefgreifend und werden sowohl Ausländer als auch Chinesen betreffen”. Dwyer warnte weiter davor, dass Ausländer und ihre Arbeitgeber auf der Hut sein müssen: “Die Behörden werden wahrscheinlich ihre ESt-Prüfungen verstärken – insbesondere beim Management von älteren Ausländern oder bei Unternehmen, die mehrere Ausländer beschäftigen”.

Lesen Sie bitte die folgenden Eckpunkte, bevor Sie sich mit den Lektüren Implementation Regulations for the Individual Income Tax Law of the People’s Republic of China (Exposure Draft)  und Interim Measures for Itemized Additional Deductions for Individual Income Tax (Exposure Draft) beschäftigen, die beide am 20. Oktober 2018 vom Ministry of Finance und der State Administration of Taxation veröffentlicht wurden.

1. Die “Fünfjahresregel” für Auswanderer bleibt bestehen, jedoch mit zwei Änderungen

Auswanderer werden weiterhin von der “Fünfjahresregel”  profitieren, doch es gibt zwei wichtige Änderungen: Erstens können Steuerzahler, die sich für mehr als 183 Tage pro Jahr in China aufhalten, die Fünfjahresperiode nur unterbrechen, indem sie das Land für 30 Tage oder mehr am Stück verlassen; Zweitens müssen Auswanderer sich im Voraus bei ihrem Steuerbüro anmelden, um weiter die Vorteile der Fünfjahresregel in Anspruch nehmen zu können.

2. Ausländer sind weiterhin berechtigt die meisten ihrer derzeitigen steuerbefreiten Leistungen zu nutzen

Ausländer behalten einen Teil der steuerbefreiten Leistungen, die sie derzeit genießen; Sie können jedoch keine Ausnahmen für Dinge wie Miete, Kindererziehung oder Sprachunterricht beanspruchen und gleichzeitig einen Abzug dafür beantragen.

3. Die Kriterien zur Beurteilung des Wohnsitzes von Ausländern bleiben unverändert

 Die Steuerbehörden werden den Wohnsitz von Ausländern weiterhin nach der behördlichen Anmeldung, Familienbeziehungen oder wirtschaftlichen Beziehungen prüfen.

4. Steuerzahler mit hohem Eigenkapital haben neue allgemeinen Regel bezüglich der Steuerumgehung

Steuerzahler, die ein hohes Eigenkapital haben, müssen unter Chinas allgemeinen Regel bezüglich der Steuerumgehung neue Regeln für Transaktionen mit verbundenen Unternehmen und ausländischen Tochtergesellschaften beachten; die Steuerbehörden haben nun eine gesetzliche Grundlage, um Steuerverbindlichkeiten einzelner Steuerumgehungsfälle zu untersuchen und zu verfolgen.

5. Auswanderer müssen vor Stornierung der Haushaltsregistrierung einen Antrag stellen

Einwohner Chinas, welche eine Auswanderung planen, müssen alle notwendigen Steuerunterlagen für das Jahr der Abreise einreichen und offenen Unterbezahlungen sowie jegliche Steuerrückstände begleichen, bevor sie ihre behördliche Anmeldung oder den “hukou”  abmelden können.

6. Ansässige Steuerzahler haben neue Dokumentationspflichten

Ansässige Steuerzahler müssen nun Informationen über detaillierte Abzugsansprüche bei ihrem “Tax-Withholding-Agent” oder Steuerbüro einreichen – wobei die Behörden die Steuerzahler für die Richtigkeit ihrer Unterlagen verantwortlich machen.

7. Bisher noch keine Klarheit über die steuerliche Behandlung von Abfindungen

Früher konnten Fachleute jede Abfindung steuerfrei in Anspruch nehmen, wenn sie nicht mehr als das Dreifache des Durchschnittslohns ihres Wohnortes betrug; der Entwurf lässt jedoch bisher offen, ob die Behörden diese Steuerbehandlung für Abfindungen beibehalten werden.

 

 

 

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