Chinas Outbound-Tourismusmarkt: Vorschlag zu neuer Öffnung für ausländische Investoren

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Chinas Outbound-Tourismusmarkt könnte bald von Lockerungen für ausländische Investoren profitieren. Ein Vorschlag zur Zulassung von Unternehmen mit ausschließlich ausländischer Beteiligung für in Peking ansässige Reisebüros wartet momentan auf die Genehmigung des Ministeriums für Kultur und Tourismus.

Der von Cao Pengcheng, stellvertretender Leiter der Pekinger Kommunalkommission für Tourismusentwicklung, verkündete Plan würde in Peking ansässigen ausländischen Unternehmen die Erlaubnis erteilen, Reiseleistungen im Ausland anzubieten.

Diese Unternehmen würden dennoch einigen Bestimmungen unterliegen, welche bisher noch nicht bestätigt wurden.

Chinas Tourismusausgaben in Übersee

Chinas Tourismusbranche wächst jährlich um 10 Prozent, mit einem Wachstum von etwa 35 bis 40 Prozent der Online-Reisedienste. Der Markt ist groß und bietet interessante Möglichkeiten für Investoren.

In China ist besonders das Segment des Übersee-Tourismus sehr lukrativ. Laut der Tourismusorganisation der Vereinten Nationen sind die Ausgaben für ausgehende Reisen von 2006 bis 2016 um ein elffaches auf 261 Milliarden USD gestiegen.

Offiziellen Angaben zufolge sind chinesische Touristen 2017 130 Millionen Reisen angetreten, ein Wachstum von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 erreichten die Auslandsreisen durch chinesische Touristen 71,31 Millionen, ein Wachstum von 15 Prozent im Vergleich zu 2017.

Marktzugang für ausländische Reiseagenturen in China

Trotz des stark wachsenden Marktes war es ausländischen Agenturen in China bisher verwehrt, Auslandsreisen anzubieten. Erst 2003 wurde es Reiseagenturen mit ausschließlich ausländischer Beteiligung erlaubt, Reisen innerhalb Chinas anzubieten.

Dies könnte sich durchaus ändern, folgt man den Trends in der globalen Tourismusbranche, welche durch Online-Services und IT-Startups das Wachstum einiger neuer Segmente vermerkt.

Pekings Vorschlag kommt auch zu einer Zeit in der das Interesse ausländischer Investoren in China, angesichts versteckter Marktbeschränkungen und wettbewerbsunfähiger Praktiken, ermüdet. Die Aussichten für die Tourismusbranche sind jedoch noch immer sehr attraktiv.

Erst kürzlich ist die britische Reiseagentur Thomas Cook mit der in Hainan sitzenden Fosun Tourismus-Gruppe ein Joint Venture eingegangen. Letztes Jahr bekam Wan Cheng (Shanghai) Travel Service Co Ltd, welche von einem Hongkonger Unternehmen kontrolliert wird, die erste ausländische Reiseagentur, welche von dem chinesischen Festland Reisen ins Ausland angeboten hat.

Offizielle Stimmen sagen, dass ausländische Markteintritte die heimischen Akteure zwar bedrohen könnten, sie die Branche aber auch wettbewerbsfähig machen werden. Die ausländische Beteiligung wird die Möglichkeiten für die wachsende Anzahl an ins Ausland reisende Chinesen ausweiten und Innovationen in Produktmanagement und Reisemanagement fördern.

Neue Regulationen für Online-Reiseanbieter in China

Die geplante Öffnung durch die Regierung kommt einige Wochen nachdem ein tödlicher Bootsunfall mit der Beteiligung chinesischer Touristen in Thailand auf ungenügende Kontrolle zurückgeführt wurde. Fast unmittelbar hat das Ministerium für Kultur und Tourismus Regulationen zur strengeren Kontrolle von Online-Reiseveranstaltern verfasst.

Die neuen Bestimmungen erfordern von Online-Reiseveranstaltern eine Verbesserung der Rettungs- und Notfallpläne, eine bessere Kontrolle und Verwaltung der Servicepartner vor Ort, das Abschließen einer Haftpflichtversicherung und das Schützen persönlicher Informationen der Kunden. Einige dieser Regulationen gelten bereits für Reiseveranstalter mit physischer Geschäftsfläche.

China gehört zu den weltweit am schnellsten wachsenden Tourismusmärkten. Die wichtigsten Akteure sind unter anderem Ctrip.com International Ltd., Tuniu Corp. Und Alibaba Group Holding Ltd’s Reiseveranstalter Fliggy.


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